Leseproben:

 

Die Piraten und ihre legendären Geschichten
(Anthologie)

 


Mut ist, wenn manʼs trotzdem tut (Auszug)


Fünf Männer schienen ihrer Firma Fix&Fertig entbehrlich. Also
stellte man sie vor die Wahl: Rausschmiss oder Versetzung
nach Zamboanga.
»Wohin? Noch nie gehört!«, tuschelten die Anzugträger.
»Philippinen«, erklärte der Junior-Chef, ein dreiundzwanzigjähriger
Schnösel, die geografische Lage ihrer neuen Wirkungsstätte.
Dabei drosch er ekstatisch mit dem Zeigestock auf der
Weltkarte herum, als galt es, ein Insekt mit der Fliegenklatsche
zu töten.
Vergebliche Liebesmühe, den Männern die Versetzung als
Aufstiegschance zu verkaufen, überlegte Ulf, der Junior-Chef.
Karrieretypen sahen anders aus – so naiv konnten selbst die
nicht sein, sich etwas auf ihre Leistung einzubilden. Ekel wich
dem Mitgefühl. So viel Inkompetenz auf einem Haufen, dachte
der Junior-Chef und schüttelte sich angewidert.
Missbilligend blickte er in die Runde: ein Fettsack, der ununterbrochen
fraß, eine Heulsuse, ein Fragezeichen, ein Hagestolz
und ein Misanthrop. Welche Firma riss sich schon um
die?, erwischte er sich bei ironisch fiesen Gedankengängen.
Ulf, Junior-Chef durch Papas Gnaden, würgte ein sarkastisches
Lachen runter. Es bahnte sich dennoch den Weg nach
oben und entlud sich, als Fluch der bösen Tat, als peinlicher
Schluckauf.
Betretene Stille im Konferenzraum.
Ulf war die Loser los: Wie lange hatte er sehnsüchtig darauf
gewartet, die Versager zu entsorgen? Jetzt war es so weit!


Keine zwölf Stunden später hockten die fünf Mittvierziger in
einem kleinen Billigflugzeug nach Ostasien: Mike, Michael,
Olaf, Heiko und René.
Ob sie nun in Deutschland oder auf den Philippinen lebten,
war den meisten von ihnen vollkommen egal. Nur Hagestolz
René beklagte sich, schließlich war er der Einzige mit einem sozialen                                                                                                                                                                                Leben, also Freunden und ständig wechselnden Liebschaften ...

 

ISBN 978-3-942229-74-6

13,95 €

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* erscheint in Kürze!

* Coverbild auf meiner Homepage-Seite unter

   Veröffentlichungen

 

 

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Magische Weltentore (Band 2) (Anthologie)

 

Dunkle Gäste (Auszug)


Kathy taumelte. Wo? Was? Warum gucken die?, grübelte sie,
während die Landschaft im Rhythmus ihres Herzschlags pixelig
verschwamm. Mit zittrigen Händen fühlte sie die pulsierende
pingpongballgroße Beule an ihrer Schläfe.
Sie blickte an sich herab. War das ein Albtraum? Lief sie
nackt durch die Straßen? Hitze stieg ihren Hals hoch und ließ
ihren Kopf leuchten wie eine rote Ampel in der Nacht – jedenfalls
fühlte es sich so an.
Anständige Kleidung. Puh! Make-up und Wimperntusche
waren okay. Jedenfalls zeigte das der Handspiegel. Habe ich
mir die Reaktionen nur eingebildet?, fragte sie sich in Gedanken.
Kathy stand auf der Brücke zum Inselschlösschen am Hariksee
und starrte Löcher ins Grün. Das Bimmeln eines hellen
Glöckchens riss sie aus ihren Gedanken. Hastig drehte sie sich
um. Das war zu schnell. Sie presste die Hand auf ihre Schläfe
und kämpfte mit dem Drehschwindel.
Kathy blickte in das zerfurchte Schildkrötengesicht einer uralten
Zigeunerin, die Äonen von Jahren überdauert zu haben
schien. Obwohl vom grauen Star getrübt sprühten deren Augen
nur so vor Energie.
»Kann ich helfen?«, fragte Kathy.
Sie musterte die Fremde, die schallend lachte. Millionen
kleiner Glöckchen wärmten die Luft mit ihrem Klang.
»Kind, die Frage lautet eher, wie ich dir helfen kann!« Die
Alte zog die weißen, buschigen Augenbrauen hoch. »Hast du
alles vergessen?« Sie nahm Kathys Hand behutsam in die ihre.
»Woran sollte ich mich erinnern? Warum bin ich hier? Wie
können Sie mir helfen?« Kathy seufzte und zog ihre Hand weg.
»Ich heiße Medina. Vertrau mir! Gib mir deine Hände! In
meinen Augen wirst du sehen, was du begehrst!«
Kathy hüstelte. Zu ihrer Überraschung lief in den Augen der
Alten ein Film ab, der zeigte, was sich zugetragen hatte …

 

ISBN 978-3-942229-80-7

12,95 €

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Verliebt bis in den Tod (Band 2) (Anthologie)


Warum der Tod ein zahnloser Grüßaugust ist (Auszug)


Schweigend folgte Jonas ihm. Sie sahen einander weder an,
noch hoch, als wollten sie verleugnen, wo sie sich befanden.
Unter dem Joch des Eingangs ging sein Vater plötzlich gebeugt,
wie ein Greis, obwohl er erst Mitte Dreißig und sonst kerngesund
war. Ein gebrochener Athlet. Seine linke Hand umklammerte
das Gestrüpp, wie ein Halbstarker, der mit dem Baseballschläger,
die Neuen willkommen heißt.
Jonas gefiel, wie die glutrote Abendsonne den lokalen, australischen
Katherine Friedhof des Northern Territory flutete. Es
roch nach Sehnsucht und einer Prise Wehmut. Kurz bevor die
Sprinkleranlage die Grünfläche zum unwirtlichsten Ort der
Welt machte, entfaltete sich ein märchenhafter Zauber, der jeden
Winkel, selbst die schauerlichsten Grabsteine, in schillernde
Rottöne tauchte. Ein Augenblick, in dem alles möglich
schien, sogar Wunder, dachte Jonas.
»Dad, was sucht der Dingo hier?«, fragte Jonas seinen Vater
mit gedämpfter Stimme, als könnte er die Toten stören. Mit der
rechten Hand hob er einen Stein auf, um ihn nach dem Tier zu
werfen.
Mr. Taylor zog seinen zehnjährigen Sohn Jonas sanft zurück.
»Dasselbe wie wir. Lass ihn in Frieden! Das ist Ranger,
Mr. Woodcocks Dingo.«
»Sind wir nicht eben an dessen Grab vorbeigekommen?«,
stellte Jonas fragend fest. Er fixierte den Dingo mit zu Schlitzen
verengten Augen. Sein blonder Lockenkopf begann, sich bei der
hohen Luftfeuchtigkeit zu kräuseln. Minuten später sah er aus,
wie ein explodierter Wischmopp. In der Schule hatte man ihnen
beigebracht, dass Dingos Bestien seien.
William Taylor seufzte schwer und legte zehn rote, langstielige
Rosen auf das Grab seiner verstorbenen Frau. Mit der rechten
Hand presste er ein Taschentuch auf die Innenfläche seiner
Linken. Bluttropfen stiegen nach oben und faserten aus.
»Ich weiß, du kanntest weder Mama noch Mr. Woodcock.

 

ISBN 978-3-942229-82-1

13,95 €

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Weihnachten für Kinder (Anthologie)

 

Schokoladiges Ehrenwort (Auszug)

Es knisterte im Flur. Leni sprang aus dem Bett und war
sofort hellwach. Sie schlüpfte in ihre pinkfarbenen
Plüschtierhausschuhe.
Was war das?, überlegte sie. Dann schloss sie die Augen und
stellte sich vor, wie sich der Weihnachtsmann durch den Kamin
im Wohnzimmer zwängte. Sie kicherte. Wahrscheinlich blieb er
dabei mit dem Kugelbauch stecken. Als sie ihn gestern im Supermarkt
gesehen hatte, reichten ihre Ärmchen nur um seinen
halben wohlgenährten Körper.
Lautlos glitt sie durch den Flur und spähte durchs Schlüsselloch.
Vielleicht randalierte Jackie, ihre Katze, an der Weihnachtsdekoration
herum? Letztes Jahr hatte diese beim ungestümen
Spiel mit den bunten Kugeln den ganzen Baum zerstört.
Das ist unmöglich!, dachte Leni. Sie rieb sich die müden
Äugelchen.
Im Wohnzimmer unter dem festlich geschmückten Tannenbaum
saß er im Kreis seiner eifrigen Gehilfen.
Leni schlich sich auf Zehenspitzen hinein. Leise schloss sie
die Tür. Da saß er. Unverkennbar.
Sie tippte ihm auf die Schulter. Er verschüttete vor Schreck
Milch und Kekse, die er noch in den Händen hielt, auf Mamas
Perserteppich. Die Elfen erstarrten zu Zuckerstangen. Vorsichtig
drehte er sich um. Kleine Ärmchen streckten sich ihm entgegen.
In seinem Schokoladengesicht zeichnete sich ein erstauntes
Oh! ab. Er hob Leni hoch und setzte sie auf seinen Schoß.
»Kleines Fräulein, kann ich dir helfen?«
Leni kicherte. Der Weihnachtsmann ist komisch, dachte sie,
während sie sich in seinen Purpurmantel kuschelte und ihm einen
dicken Schmatzer auf die Wange drückte. »Du bestehst ja
aus Schokolade!«, stellte sie verwundert fest.
»Ähm«, räusperte sich der Weihnachtsmann verlegen.
»Stimmt! Jedoch nur, wenn mich ein Kind entdeckt – das ist meine Tarnung.

Normalerweise schrumpfe ich sofort auf                                                                                                                                                                                     Schokoladenweihnachtsmann-Größe – so groß wie eine Puppe – und
ziehe mir eine glitzernde Metallfolie über. Nein … nicht wie die
aus dem Supermarkt. Die kannst du bedenkenlos essen – die
sind nicht lebendig. Irgendwas muss kaputt sein.« Er suchte
seinen prächtigen Mantel ab und hielt einen Knopf in den Händen.
»Wusste ichʼs doch!«, seufzte er. »Ohne den kann ich mich
nicht zurückverwandeln. Warum bist du eigentlich so spät
nachts noch auf den Beinen?«, fragte der Weihnachtsmann.
»Wie alt bist du, kleines Fräulein?«
»Schon fünf!«, antwortete Leni in einem Tonfall, als sei es
das Normalste auf der Welt, dass sie um diese Zeit noch wach
wäre.
»Also, meine Elfen müssen viel früher ins Bett. Die sind
immerhin schon Tausende von Jahren alt. Stimmtʼs?«
Die Zuckerstangen mit den Kulleraugen nickten. Auch bei
ihnen blieb die Verwandlung auf halbemWege stecken.
Währenddessen schüttelte Leni alle Geschenke, die ihren
Namen trugen. Enttäuscht ließ sie die winzigen Schultern sinken.
»Du hast ihn vergessen!«, seufzte sie. Eine dicke Träne
kullerte ihr über das elfengleiche Gesichtchen.
Hastig kramte der Weihnachtsmann seine Liste hervor. Leni
stand eindeutig auf der Liebes-Kind-Seite. Hatte er etwas Wichtiges
vergessen? Er setzte seine Halbbrille auf und runzelte die
Stirn. Tatsächlich – ganz unten stand: Ich verzichte auf alle Geschenke,
wenn ich einen Papa bekomme. Alle anderen haben
einen – nur ich nicht. Bei uns wurde der nicht mitgeliefert.
Eine Schokoladenträne kullerte dem Weihnachtsmann über
die Vollmilchwange. »Wir müssen zum Nordpol. Ich habe dringend
etwas zu erledigen. Meine Doubles übernehmen bei Notfällen
die Geschenketour. Keiner der Männer weiß, wer ihr
Auftraggeber ist. Lustig, oder?«
Leni kicherte.
»Halt dich gut an meinem Mantel fest!«, forderte er die
Kleine auf.

 

13,95 €

ISBN 978-3-942229-85-2

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Verhängnisvoll - Mein anderes Ich (Anthologie)

 

Zwischen den Welten (Auszug)

 


»Mutter? Endlich! Es geht um, Lina«. Ann zwirbelte die Telefonschnur.
Beim Einschalten des Lautsprechers fiel die Häkeldecke
zu Boden.
»Hat die Kleine hohes Fieber?«
»Nein. Lina ist wieder gesund. Schlimmer: Sie sitzt im Hexenkostüm
zu meinen Füßen und redet mit dem Kater. Hat man
mit fünf noch imaginäre Freunde?!«
»Selbst schuld, Ann.« Karin legte auf.
»Das muss aufhören, Lina!«
Mama weinte. Sie überschwemmte mich mit Küssen, als sie
mich im Auto festschnallte. Nach fünfzehn Minuten hielten wir.
Mama stieg aus und redete mit einem Mann in Weiß, der
wie ein Uhu aussah.
»Der Forscher interessiert sich für deinen Kater Gandalph.
Übermorgen darfst du nach Hause. Wenn du zurück bist, wartet
ein renoviertes Zimmer auf dich. Um neunzehn Uhr rufe ich an,
um dir vorzulesen. Hab dich lieb, mein Engel!« Mama entfernte
sich mit wackeligen Schritten, als hätte sie plötzlich das Laufen
verlernt. Sie ging in ihrer Kleidung unter.
Ich hob das Kinn gen Himmel, um die Tränen runterzuschlucken.
Der Uhu öffnete mein Zimmer. Im Gegensatz zum
Rest war es hier so bunt wie auf der Kirmes. Der Mann setzte
sich. Auf den Stühlchen wirkte er wie ein Clown.
»Lina, du hast also einen Kater namens Gandalph? Siehst du
ihn gerade?« Der Uhu blinzelte über seine Halbbrille als starrte
er direkt in die Sonne.
»Nee! Du? Dann hast du eine Schraube locker, sagt Mama.
Kann ich jetzt gehen?«
Zweie modrig-schwarze Seen blitzten mich über die Brille
an. Sein Kuli kratzte übers Blatt, bevor der Uhu davonflog.
Ich schaute mich um: Himmelbett, ein deckenhohes Glasrechteck
und die Sitzgruppe.

 

 

13,95 €

ISBN 978-3-942229-84-5

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Am Ende der Zeit

 

Download:

 Am Ende der Zeit von Literaria Wertenbroch 2012.pdf

 

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Email: literaria.wertenbroch@googlemail.com